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Ribbecker Sommernacht 2008 l Märkische Allgemeine vom 11.08.2008
 

UNTERHALTUNG: Behnitzer Seegeflüster

Ribbecker Sommernacht geht erfolgreich auf Landpartie / 2000 Besucher auf dem Landgut Borsig


GROSS BEHNITZ - Um 22.46 Uhr passierte es: Die letzte Bratwurst wurde verkauft, die Schlange der Wartenden knurrte enttäuscht und wurde vom Ribbecker Heimatverein mit Buletten entschädigt.

Der Heimatverein verstärkte auch bei der dritten Auflage der Ribbecker Sommernacht das Heer der Helfer. Stundenlang wurde hier gegrillt und Bier gezapft. Bei einer Nacht der Sinne darf der Gaumen nicht zu kurz kommen. Das wissen die Veranstalter, der Ribbecker Kulturverein, der am Sonnabend auf dem Landgut Borsig in Groß Behnitz Station machte.

Für das Landgut war es die bisher größte Veranstaltung. Mehr als 2000 Besucher kamen, darunter Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka und der Landrat des Havellands Burkhard Schröder, aber auch viele Groß Behnitzer waren an diesem Abend auf dem Gelände am See unterwegs. Noch ein bisschen unterkühlt betrachteten sie um 20 Uhr das Treiben auf ihrem See. Eine Frau in weißer Kleidung vollführte auf einem Floß Bewegungen, die zwischen Improvisationstanz und Dehnungsübung lagen, auf drei Booten wurden Musiker um sie herum gerudert. „Da hab ich mir mehr versprochen“, kommentierte eine Besucherin das Geschehen. Als zu späterer Stunde dieser Programmteil in nahender Dunkelheit und mit Kunstlicht bestrahlt wiederholt wurde, da entfaltete sich der ganze Zauber dieser Tanznummer: Elfengleich wirkte Britta Schönbrunn jetzt auf dem Floß, wie der Nebel von Avalon schwebten die Töne von Trompete, Posaune und Susaphon über den See.

Ja, der See. Er verlieh dem Fest einen besonderen Reiz. Immer wieder pilgerten die Besucher zum Hang am Wasser, konnten sie hier doch Seiltanz sehen, Johann Jakob Wurster als Sumpfkönig entdecken oder dem charmanten Trio Muzet Royal auf der Seebühne bei Tango und Musettwalzern zuhören.

40 Künstler boten auf dem Landgut, in der Kirche und am See eine bunte Mischung, in der jeder seine Lieblinge finden konnte. Ruhig und konzentriert lauschten Hunderte dem Klassikspiel des Rabus-Cello-Oktetts im Rinderstall, hemmungslos erklatschte das angejazzte Publikum in der Brennerei Zugabe um Zugabe vom Volker-Fry-Trio, staunend sahen sie den Trapezkünstlerinnen zu.

Staunend auch einige Besucher, als sie den Hausherrn Michael Stober am Bierstand ausmachten: Er hatte die Ärmel hochgekrempelt und half flink beim Abwaschen der Gläser. „Ich bin pragmatisch, da greife ich schnell zu, wenn’s sein muss“, erklärte er gut gelaunt seinen Einsatz an der Servicefront. Für ihn war das ein ganz toller Abend, gestand er und freute sich darüber, dass so viele Behnitzer mitgemacht hatten. (Von Marlies Schnaibel)


Quelle: www.maerkischeallgemeine.de

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